BRAND IN MAINZ-KASTEL


Brand Mainz-Kastel

In Flammen ging am 5.Dezember 2011 kurz nach fünf Uhr ein ehemaliges Stellwerksgebäude östlich des Bahnhofs auf. Das am Rand der Stadt auf undurchdringlichem Terrain gelegene Bauwerk dient offenbar obdachlosen Menschen als Wohnung. Beim Absuchen der Umgebung fanden Beamte der Bundespolizen vier Stunden später einen Mann mit Brandverletzungen an den Beinen. Dem Vernehmen nach hatte er sich in einem anderen Gebäude hinter einer Couch versteckt. Unklar sei, ob er die Verletzungen bei dem Feuer oder anderswo erlitten hatte. Er kam in ein Mainzer Krankenhaus.

Auf den Bahnverkehr hatte das Feuer kaum Auswirkungen. Wegen großer Hitze und der Gefahr des Schmelzens der Oberleitungen war die Strecke zwischen 5.29 und 6.20 Uhr jedoch gesperrt worden, berichtete ein Bahnsprecher. Zwei S-Bahn-Züge auf der Strecke zwischen Frankfurt und Wiesbaden hätten ihre Fahrt an der Station in Hochheim beendet, andere Züge seien umgeleitet worden. 
Zwischen den Ruinen auf dem abseits gelegenen Bahnterrain leben wohnungslose Menschen auch in Zelten, manche schon jahrelang. „Jürgen Platte“ steht es wie auf einem aufgesprühten Namensschild.

 


Schlaflager

 

Das ausgebrannte Gebäude, in dem früher Mitarbeiter des Stellwerks der Bahn ihre Pausen verbrachten, ist Teil eines ganzen Ennsembles von aufgelassenen Bauten. Um 5.30 Uhr wurde Alarm geschlagen, als der frühere Sozialraum lichterloh brannte. Hoch schlugen die Flammen in den nächtlichen Himmel und wiesen den Einsatzkräften den Weg. Sie mussten sich teilweise durch Dickicht und Gestrüppden Weg bahnen. Neben der Wiesbadener Berusfeuerwehr war die Freiwillige Wehr aus Kastel im Einsatz.

Die Bahn AG schickte Notfallmanager, um die Oberleitungen stromlos zu schalten. Fünf Stunden lang waren die Feuerwehrleute damit beschäftigt, die Flammen zu löschen, die immer wieder emporzüngelten, weil sich das Feuer durch eine Zwischendecke in den Dachstuhl hineingefressen hatte. Eine Platte nach der anderen musste entfernt werden, um an Glutnester heranzukommen.

Vor der Ruine fand die Feuerwehr mehrere Couchgarnituren. In dem ausgebrannten Raum entdeckten sie eine verkohlte Bettstatt sowie ein Lager aus mehreren Schlafsäcken. Der Schaden an den abbruchreifen Gebäuden beträgt laut Feuerwehr 20.000 Euro.

 

 

(Quelle: Wiesbadener Kurier , o4.12.2o11 Wolfgang Wenzel)

 

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